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Für Privatleute gibt es die Schufa. Für Firmen gibt es den Creditreform-Score, auch Bonitätsindex genannt. Das ist eine Zahl dafür, wie sicher du deine Rechnungen zahlst. Sie reicht von 100 bis 600. 100 ist sehr gut, 600 steht für Ausfall.
Willst du eine Kautionsversicherung, schaut der Versicherer zuerst auf diese Zahl. Sie entscheidet, ob du ein Angebot bekommst und zu welchem Preis. Die gute Nachricht: Du kannst den Wert selbst bewegen.
Was ist der Bonitätsindex?
Creditreform ist eine Auskunftei, also eine Firma, die Daten über andere Firmen sammelt. Erfasst werden Betriebe, Selbstständige und Freiberufler, und zwar in ganz Europa. Aus diesen Daten rechnet sie eine Zahl aus: den Bonitätsindex.
Er liegt zwischen 100 und 600. 100 heißt: sehr gute Bonität. Bei dieser Firma fällt kaum eine Rechnung aus. 600 heißt: Ausfall, also Insolvenz. Je kleiner die Zahl, desto besser für dich.
Versicherer, Banken und Vermieter lesen diesen Wert, bevor sie mit dir arbeiten. Das gilt nicht nur für die Kaution. Auch bei einer Betriebshaftpflicht für Ferienwohnungen fließt deine Bonität in die Entscheidung ein, wenn der Versicherer den Vertrag prüft.
Warum der Score bei der Kautionsversicherung so schwer wiegt
Ein Versicherer muss sein Risiko prüfen, bevor er zusagt. Der Score ist dabei einer der wichtigsten Punkte. Ist dein Wert schwach, passiert eins von drei Dingen:
- Dein Angebot wird teurer.
- Du musst extra Sicherheiten stellen.
- Du bekommst gar keine Zusage.
Das gilt auch bei kleinen Summen. Schon bei 5.000 oder 10.000 Euro schaut der Versicherer genau hin.
Wer Wohnungen anmietet und weitervermietet, merkt das doppelt: Dort liest nicht nur der Versicherer die Zahl, sondern auch der Vermieter, bevor er den Gewerbemietvertrag unterschreibt. Was dieses Modell sonst noch braucht, steht im Ratgeber zum Anmieten und Weitervermieten.
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So hebst du deinen Score
1. Schick neue Zahlen
Liegen bei Creditreform nur alte Zahlen, dann rechnet sie mit alten Zahlen. Das geht meist zu deinen Lasten. Schick also regelmäßig neue, und zwar diese:
- die BWA, also die betriebswirtschaftliche Auswertung deines Steuerberaters
- den Jahresabschluss
- die Summen- und Saldenliste
- deine Kontoauszüge
Leg einen kurzen Brief dazu. Erklär darin, was bei dir anders läuft, zum Beispiel ein schwacher Monat in der Nebensaison. Wer seine Zahlen erklärt, wirkt offen und geordnet.
2. Zeig, dass du zahlst
Ein Viertel vom Score hängt daran, ob du pünktlich zahlst. Sehen kann Creditreform das aber nur, wenn du es ihr zeigst.
- Schick 10 bis 15 bezahlte Rechnungen, dazu die passenden Kontoauszüge.
- Lass deinen Steuerberater bestätigen, dass du regelmäßig und fristgerecht zahlst.
- Richte SEPA-Lastschriften ein und lass dir auch das bestätigen.
3. Zeig, was du hast
Dein Gewinn schwankt? Dann zählt umso mehr, was du besitzt. Rücklagen, Häuser, Anteile an anderen Firmen oder Wertpapiere stärken deine Bonität.
- Hast du eine GmbH, dann zahl das Stammkapital ganz ein.
- Leg Auszüge vor: vom Konto, vom Depot, aus dem Grundbuch.
- Hast du deiner Firma selbst Geld geliehen, dann prüfe einen Rangrücktritt. Du erklärst damit, dass du im Ernstfall erst nach allen anderen an dein Geld willst.
Führst du eine Einzelfirma oder eine GbR, dann zählt auch dein privates Vermögen mit: dein Haus, deine Wertpapiere, deine Rücklagen.
4. Zeig, wohin es geht
Creditreform schaut nicht nur zurück, sondern auch nach vorn. Drei Fragen stehen dahinter:
- Wie stabil ist dein Geschäft?
- Wie gut kannst du deinen Umsatz planen?
- Geht es stetig voran?
Das belegst du so:
- mit einer Vorschau auf deinen Umsatz oder einer Liste deiner Aufträge
- mit deinem Buchungskalender und der erwarteten Auslastung
- mit Plänen für neue Standorte
5. Prüf Branche, Rechtsform und Vorgeschichte
Creditreform zählt auch "weiche Faktoren" mit, also Dinge, die in keiner Bilanz stehen.
Die Branche. Steht bei Creditreform die falsche Branche, drückt das deinen Wert. Ein Beispiel: Du führst Ferienwohnungen, in der Akte stehst du aber als Reinigungsfirma. Dann fällt deine Bewertung schlechter aus, als sie müsste.
Die Rechtsform. Eine junge GmbH stuft Creditreform vorsichtig ein. Dafür gibt es zwei Gründe: Es haftet niemand mit seinem Privatvermögen, und es gibt noch keine Zahlen aus der Vergangenheit. Halte dagegen, mit starkem Eigenkapital und mit Zahlen, die dein Wachstum zeigen.
Die Vorgeschichte. Hast du einen Betrieb gekauft oder die Rechtsform gewechselt, reißt die Datenspur manchmal ab. Creditreform sieht dann eine junge Firma, obwohl dein Betrieb seit Jahren läuft. Leg deine Vorgeschichte offen. Dein Steuerberater kann sie dir bestätigen.
Bleibt ein falscher Eintrag trotz Widerspruch stehen, wird daraus ein Rechtsstreit mit der Auskunftei. Wer die Kosten dafür trägt, regelt der Rechtsschutz für Ferienwohnung und Vermietung.
6. Rede mit ihnen
Creditreform sieht von deiner Firma nur das, was du zeigst. Jede Region hat eine eigene Stelle. Ruf dort an, statt zu warten:
- Schick deine Unterlagen von dir aus.
- Frag nach, was in deiner Akte steht.
- Behandle den Wert als etwas, das du gestaltest.
Der Aufwand lohnt sich. Ein guter Wert gibt dir bei jedem neuen Vertrag mehr Spielraum.
Fazit: Deine Bonität ist Chefsache
Ob Ferienwohnung, Serviced Apartment oder ein anderer Betrieb: Bei der Kautionsversicherung hängt viel an dieser einen Zahl.
- Bekommst du überhaupt ein Angebot?
- Wie viel trauen dir deine Partner zu?
Du kannst den Wert steuern. Dafür brauchst du kein Studium in Finanzen. Es reicht, wenn du offen redest, klare Zahlen lieferst und die richtigen Belege schickst. Zeig einfach, was in deinem Betrieb steckt.
Mach deine Bonität zur Chefsache.
Als Nächstes
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