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Business7 Min. Lesezeit

Airbnb-Provision und Booking.com-Gebühren: was von deiner Buchung bleibt

Airbnb nimmt 3 oder rund 15,5 Prozent, Booking.com rechnet anders. Was die Modelle kosten, was dein Gast sieht und wer die Steuer auf die Provision zahlt.

Said ShurafaSaid ShurafaVersicherungsmakler (IHK) • 100% spezialisiert auf Kurzzeitvermietung

Airbnb-Provision und Booking.com-Gebühren

11 Min. · vorgelesen

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Airbnb-Provision und Booking.com-Gebühren: was von deiner Buchung bleibt

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Zwei Gastgeber inserieren dieselbe Wohnung zum selben Nachtpreis. Beim einen zahlt der Gast 759 Euro für vier Nächte, bei der anderen 660. Trotzdem bleiben beim ersten 82,50 Euro mehr hängen. Über 40 Buchungen im Jahr sind das rund 3.300 Euro. Falsch gemacht hat keiner von beiden etwas. Der Unterschied steckt allein im Gebührenmodell des Inserats, und die wenigsten Gastgeber wissen, welches bei ihnen läuft. Bei Booking.com beginnt die Rechnung noch früher, denn dort steht dein Prozentsatz in keinem Hilfe-Artikel, sondern in deinem Vertrag. Und eine Position fehlt in beiden Fällen noch, nämlich die Umsatzsteuer auf die Provision.

Bevor du entscheidest

Das hier sind allgemeine Informationen und unsere Einschätzung dazu. Vor einer Entscheidung in deinem Fall sprich bitte mit einem Steuerberater.

Was nimmt Airbnb an Provision?

Das hängt am Gebührenmodell deines Inserats, und frei wählen kannst du nicht immer. Im geteilten Modell zahlen laut Airbnb „die meisten Gastgeber:innen eine Servicegebühr von 3 %", dein Gast trägt obendrauf „eine Servicegebühr in Höhe von 14,1 % bis 16,5 % der Zwischensumme der Buchung". Im zweiten Modell trägst du sie allein, dort zahlen „die meisten Gastgeber:innen 15,5 %, die übrigen Gastgeber:innen zahlen in der Regel 14 % bis 16 %".

Vorgeschrieben ist das zweite Modell unter anderem für „Inserate aus dem traditionellen Gastgewerbe (z. B. Hotels, Serviced Apartments usw.)". Es gilt auch für Gastgeber mit einer Software zur Objektverwaltung, also mit einem Channel Manager. Wer mehrere Wohnungen über ein Tool steuert, landet oft von selbst dort.

Geteilte GebührGastgeber-Gebühr
Du zahlst3 Prozentmeist 15,5 Prozent (sonst 14 bis 16)
Dein Gast zahlt14,1 bis 16,5 Prozentnichts
Preis in der Suchewirkt höherwirkt niedriger
Wer es nutzteinzelne WohnungenHotels, Serviced Apartments, Gastgeber mit Channel Manager

Gerechnet wird in beiden Fällen auf die Zwischensumme der Buchung, also den „Preis pro Nacht einschließlich aller zusätzlichen Gebühren, die der/die Gastgeber:in erhebt, aber ohne die Servicegebühr für Gäste und ohne Steuern". Deine Endreinigung zählt also mit, die Umsatzsteuer auf die Übernachtung zählt nicht mit.

In der Gebühr steckt auch AirCover, der Schutz von Airbnb. Der klingt nach Versicherung und ist keine, sondern eine Zusage von Airbnb mit eigenen Fristen und eigenen Ausschlüssen. Was er trägt und was nicht, steht in unserem Artikel AirCover für Gastgeber erklärt.

Was verlangt Booking.com?

Einen Satz, den außer dir niemand kennt. Booking.com veröffentlicht keinen allgemeinen Prozentwert, in den Bedingungen für Unterkünfte steht nur die Formel aus Nächten, Zimmerpreis, Zimmerzahl und „des relevanten Kommissionsprozentsatzes gemäß dem Vertrag". Zwei Punkte daraus brauchst du für deine Planung. Gerechnet wird auf den Zimmerpreis pro Nacht, und zwar „inklusive Steuern und Zusatzleistungen". Und die Kommission „wird in dem Kalendermonat nach dem (geplanten) Datum der Abreise des Gastes berechnet und gezahlt", die Rechnung ist dann binnen 14 Tagen fällig.

Der Unterschied zur Airbnb-Basis wirkt klein und ist es nicht. Bei Airbnb bleibt die Umsatzsteuer außen vor, bei Booking.com läuft sie mit. Auf denselben Nettopreis fällt dort also mehr Provision an.

Eine Größenordnung gibt es trotzdem. Für deutsche Hotels hat das Bundeskartellamt 2016 eine Standardprovision von 10 bis 15 Prozent auf den Übernachtungspreis festgehalten, je nach Platzierung im Portal auch mehr. Als Anker taugt die Zahl, als Ersatz für deinen Vertrag taugt sie nicht.

Der Satz aus dem Netz ist nicht dein Satz

Zu Booking.com kursieren feste Prozentzahlen für Deutschland. Booking.com selbst nennt keine. Dein Satz hängt an Land, Ort, Art der Unterkunft und an Programmen, die du gebucht hast. Rechne diese Zusatzprogramme mit ein, bevor du deinen Preis festlegst.

Was bleibt bei einer Buchung über 660 Euro übrig?

Das zeigt eine Beispielrechnung. Ein Gast bucht vier Nächte zu 150 Euro, dazu kommen 60 Euro für die Endreinigung, macht 660 Euro Zwischensumme. Für den Gast-Anteil rechne ich mit 15 Prozent, für Booking.com mit 15 Prozent aus einem angenommenen Vertrag. Steuern lasse ich weg, damit die drei Wege vergleichbar bleiben.

WegDein Gast zahltDie Plattform behältBei dir kommt an
Airbnb, geteilte Gebühr759,00 €118,80 €640,20 €
Airbnb, Gastgeber-Gebühr660,00 €102,30 €557,70 €
Booking.com, 15 Prozent660,00 €99,00 €561,00 €

Trotzdem ist die mittlere Zeile nicht automatisch die schlechtere. Dein Inserat steht im geteilten Modell mit 759 Euro in der Suche und im Gastgeber-Modell mit 660 Euro. Das sieht dein Gast, und danach vergleicht er. Wer ins Gastgeber-Modell wechselt, kann den Nachtpreis anheben und liegt für den Gast trotzdem gleich.

Der Umrechnungsfehler, der Geld kostet

Viele rechnen beim Wechsel ins Gastgeber-Modell einfach 12,5 Prozent auf den Nachtpreis. Das reicht nicht, denn die höhere Gebühr wird auf den neuen, höheren Preis fällig. Rechne stattdessen rückwärts, also gewünschte Auszahlung geteilt durch 0,845. Aus 640 Euro Auszahlung werden so rund 757 Euro Angebotspreis.

Wer zahlt die Umsatzsteuer auf die Provision?

Du, nicht die Plattform. Airbnb rechnet für Europa über eine Gesellschaft in Irland ab, Booking.com über eine in den Niederlanden. Bei einer Leistung aus dem übrigen Gemeinschaftsgebiet an einen Unternehmer geht die Steuerschuld auf den Empfänger über, und der Empfänger bist du.

Praktisch läuft das über deine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer, kurz USt-IdNr. Hinterlegst du sie bei Airbnb und lässt sie sich über das europäische Prüfsystem VIES bestätigen, dann „wird dir keine Umsatzsteuer auf unsere Servicegebühren berechnet".

Auf die Gebühr von 102,30 Euro aus der Beispielrechnung entfallen 19,44 Euro Steuer. Als Regelbesteuerer meldest du sie in deiner Voranmeldung und ziehst denselben Betrag als Vorsteuer ab. Unterm Strich bleibt null, der Vorgang ist Buchhaltung und keine Belastung.

Ohne Nummer zahlst du leicht zweimal

Legst du keine USt-IdNr. vor, behandelt dich die Plattform wie einen Privatkunden und berechnet dir 19 Prozent Mehrwertsteuer. Deine eigene Steuerschuld hängt aber an deinem Status als Unternehmer und nicht an der Nummer. Im schlechtesten Fall zahlst du an die Plattform und ans Finanzamt. Beantrage die Nummer deshalb, sobald du vermietest, und hinterlege sie in beiden Portalen.

Was ändert sich für Kleinunternehmer?

Der Abzug fällt weg, die Meldung bleibt. Kleinunternehmer sind Unternehmer im Sinne des Gesetzes. Die Steuerschuld auf die Provision trifft sie genauso. Nur die Vorsteuer bekommen sie nicht, denn für steuerfreie Umsätze ist sie ausgeschlossen. Aus den 19,44 Euro werden damit echte Kosten.

Dazu kommt die Erklärung, die viele vergessen. Die Kleinunternehmerregelung befreit dich von den üblichen Erklärungen, nimmt eine davon aber ausdrücklich aus. Wer nur wegen der Plattformgebühr Steuer schuldet, gibt trotzdem Voranmeldungen und eine Jahreserklärung ab. Eingefordert wird sie von niemandem, bis es zu spät ist.

Was kostet dich mehr als die Provision?

Rechne mit 12 bis 20 Prozent Plattformkosten, je nach Modell und Vertrag. Dazu kommen Zahlungsgebühren und Programme für bessere Sichtbarkeit. Jede Buchung ohne Portal spart dir den vollen Satz. Der Aufbau von Direktbuchungen bringt dir deshalb mehr als jede Verhandlung über Prozentpunkte. Und setz deine Endreinigung nicht zu hoch an, denn sie zählt auf beiden Portalen in die Basis und trägt damit Provision.

Daneben stehen Posten, die keine Prozentrechnung abbildet. Ein Gast rutscht auf der nassen Fliese aus, eine Waschmaschine läuft aus und weicht zwei Etagen ein. Solche Fälle kosten mehr als ein Jahr Provision. Deine private Hausratversicherung greift dabei meist nicht, denn sie ist für privates Wohnen gemacht. Den Unterschied erklärt unser Vergleich von Inhaltsversicherung und Hausrat. Für Personenschäden ist die Betriebshaftpflicht für Ferienwohnungen der passende Baustein. Wie die Haftung gegenüber dem Gast bei Booking.com verteilt ist, steht in unserem Artikel zur Haftpflicht bei Buchungen über Booking.com. Was deine Gäste selbst kaputt machen, läuft über einen eigenen Baustein, die Gastschadenversicherung.

Was du jetzt tust

So gehst du vor

  1. Sieh dein Gebührenmodell nach. Öffne eine bestätigte Buchung in deinem Airbnb-Konto und lies die Aufschlüsselung. Stehen dort 3 Prozent, hast du das geteilte Modell, bei einem Wert um 15 Prozent zahlst du allein.
  2. Hol dir deinen Booking.com-Satz aus dem Extranet unter Finanzen, zusammen mit jedem Zusatzprogramm, das du gebucht hast.
  3. Beantrage die USt-IdNr. beim Bundeszentralamt für Steuern, online und ohne Gebühr, und hinterlege sie in beiden Portalen.
  4. Prüf die nächste Plattformrechnung. Der Betrag sollte netto sein, mit einem Hinweis auf die Steuerschuld des Empfängers.
  5. Sprich mit deinem Steuerberater, bevor du die erste Voranmeldung abgibst. Als Kleinunternehmer lohnt sich das doppelt, weil dort echte Kosten hängen bleiben.

Häufige Fragen zur Airbnb-Provision

Wie hoch ist die Airbnb-Provision für Gastgeber?
Es gibt zwei Modelle. Bei der geteilten Gebühr zahlen die meisten Gastgeber 3 Prozent, bei der Gastgeber-Gebühr meist 15,5 Prozent (Airbnb-Hilfecenter, Servicegebühren, abgerufen am 23.08.2026). Welcher Satz für dich gilt, siehst du in der Aufschlüsselung einer bestätigten Buchung.
Was zahlt der Gast an Airbnb?
Im geteilten Modell zahlt dein Gast eine Servicegebühr von 14,1 bis 16,5 Prozent der Zwischensumme obendrauf. Im Gastgeber-Modell zahlt er nichts extra, dafür trägst du die volle Gebühr. Dein Inserat wirkt dadurch in der Suche günstiger.
Worauf berechnet Airbnb die Provision genau?
Auf die Zwischensumme der Buchung. Das ist der Preis pro Nacht plus alle Zusatzgebühren, die du erhebst, also auch die Endreinigung. Die Servicegebühr des Gastes und die Steuern zählen nicht mit.
Wie hoch ist die Provision bei Booking.com?
Booking.com nennt keinen allgemeinen Satz. In den Bedingungen steht nur die Formel: Nächte mal Zimmerpreis mal Zimmerzahl mal dem Prozentsatz aus deinem Vertrag. Deine Zahl steht im Extranet unter Finanzen. Gerechnet wird auf den Preis inklusive Steuern und Zusatzleistungen.
Wann rechnet Booking.com die Provision ab?
Laut den Bedingungen für Unterkünfte wird die Provision in dem Kalendermonat nach dem geplanten Abreisedatum des Gastes berechnet und gezahlt. Die Rechnung ist dann binnen 14 Tagen ab Rechnungsdatum fällig. Plane den Abfluss also einen Monat nach dem Aufenthalt ein.
Muss ich auf die Airbnb-Provision Umsatzsteuer zahlen?
Ja, und zwar meldest du sie selbst. Airbnb rechnet für Europa aus Irland ab, deshalb geht die Steuerschuld auf dich über (Paragraf 13b Abs. 1 und Abs. 5 Satz 1 UStG). Mit hinterlegter Umsatzsteuer-Identifikationsnummer stellt Airbnb netto und du meldest 19 Prozent in deiner Voranmeldung. Das ersetzt keine Steuerberatung.
Gilt das Reverse Charge auch für Kleinunternehmer?
Ja. Kleinunternehmer sind Unternehmer im Sinne des Gesetzes und schulden die Steuer genauso. Nur die Vorsteuer dürfen sie nicht abziehen (Paragraf 15 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 UStG), die Steuer bleibt also als Kosten hängen. Eine Voranmeldung ist trotzdem fällig (Paragraf 18 Abs. 4a UStG).
Was passiert, wenn ich keine Umsatzsteuer-Identifikationsnummer hinterlege?
Dann behandelt dich die Plattform wie einen Privatkunden und berechnet dir 19 Prozent Mehrwertsteuer auf die Gebühr. Deine eigene Steuerschuld hängt aber an deinem Unternehmerstatus, nicht an der Nummer. Im schlechtesten Fall zahlst du zweimal. Beantrage die Nummer beim Bundeszentralamt für Steuern und hinterlege sie in beiden Portalen.

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